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Frikadelle-am-Ohr.de Foren-Übersicht -> Fettes Brot On The Road -> Fernsehen / Radio / Presse -> Thema: MKZwo

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BeitragVerfasst am: 14.09.2005, 21:54    Titel: MKZwo Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Moin,

beim Rumstöbern hab ich grad mal dieses etwas ältere Interview gefunden. Hab's hier jetzt auf die Schnelle nicht gefunden, aber sollte es schon existieren, bitte nicht hauen! smile.gif


Wie kommen Fettes Brot auf die Idee, Rap zu töten?

Einst bedenkenlos als humoristischer Zweig der neuen Schule gefeiert, spaltet sich heute die deutsche HipHop-Nation an den drei Fetten Broten. Keine Frage: König Boris, Schiffmeister und Doktor Renz gehören schon seit jeher in Sachen Verkaufszahlen hierzulande zu den ganz Großen. Der Erfolg birgt aber auch seine eigenen Probleme: Allzu oft schwebt der Pop-Stempel über ihren Köpfen und nur allzu gut kennen sie das Problem, daß Kritiker sie auf die Spaßrap-Schiene festnageln wollen. MK ZWO-Reporter Mikko Stübner traf im Bremer Schlachthof eine entspannte, aber erstaunlich ernste Band, die auch vor unbequemen politischen Meinungen nicht zurückschreckt.


MK ZWO: Mit “The Grosser” habt ihr Eure 15. Single veröffentlicht. Warum heißt euer neues Album dann “Demotape”?
König Boris: Da stecken einfach so schöne Worte, wie “Demonstration” und “ein bißchen auf den Putz hauen” mit drin und wir fanden einfach, daß es nach so vielen Jahren Bandgeschichte cool wäre, auch mal ein Demotape zu veröffentlichen. Außerdem wollten wir uns damit bei der Fangemeinde neu bewerben und nicht einfach davon ausgehen, daß wir so ein naturgegebenes Recht haben, auf der Bühne zu stehen - wir wollten das mit Qualität untermauern.

MK ZWO: Eure Singles, “Da draussen” und “Schwule Mädchen” klingen vom Sound her härter als früher. Seht ihr das auch so?
Schiffmeister: Na ja, wenn Du das Album hörst, sind da nicht nur solche harten Bretter drauf, sondern auch wieder sehr viele sanfte Töne. Das waren eigentlich schon immer zwei Seiten von uns. Aber Du hast recht, wir sind vielleicht etwas härter geworden. Aber nicht, weil wir uns das in irgend einer Weise vorgenommen haben. Es ist einfach so passiert, wir haben uns diesmal für die Aufnahmen nicht aufs Land verzogen, sondern die Platte in unserem neuen kreativen Pool mitten in Hamburg aufgenommen. Man kann also ganz sicher die Großstadt darin spüren.



MK ZWO: In euren Gründungszeiten schienen alle HipHopper Fettes Brot zu lieben, kaum einer äußerte sich kritisch. In den vergangenen beiden Jahren mußtet ihr dagegen sehr viel verbale Keile einstecken: allseits beliebt ist der Popnasen-Vorwurf. Darf man diese harten Töne von “Schwule Mädchen” als Antwort verstehen?
Doktor Renz: Ganz sicher ist das eine Auseinandersetzung damit, was uns als Band in der HipHop-Szene passiert ist. Ich glaube, daß muß jede Band feststellen: Am Anfang bist du der freshe Geheimtip, dann irgendwann das “heiße Ding”, das alles wegburnt und mit der dritten Platte kennen einen dann alle schon. Und die entscheidende Platte ist eben die fünfte, daran mißt sich, ob man es überhaupt noch mal schafft, sich zurück zu melden. Deshalb war es uns wichtig, ein lautes Statement abzugeben, damit man es überhaupt nicht überhören kann.

MK ZWO: Nervt euch denn solche Kritik?
König Boris: Gegen Kritik haben wir nichts, aber es geht bei uns ja oft genug um Beleidigungen.
Doktor Renz: (hakt ein) Als Künstler stellst du ja das, was du tust und was dir am Herzen liegt, automatisch in die Öffentlichkeit, und die anderen dürfen darüber reden. Am Anfang ist es für jeden anstrengend, damit überhaupt erst mal klar zu kommen. Aber mit der Zeit lernt man, sich auf den unterschiedlichsten Ebenen damit auseinander zu setzen. Ich denke, eine ganze Menge dieser Beleidigungen haben uns auf unserem Weg auch immer einen großen Werbeeffekt beschert.

MK ZWO: Geht es euch an die Nieren, als Popband bezeichnet zu werden?
Doktor Renz: Nee, das ist doch ganz richtig.
Schiffmeister: Wir haben noch nie Angst vor Pop gehabt, damit kann man uns schon lange nicht mehr beleidigen. Pop ist für uns einfach populäre Musik und wir schämen uns auch nicht davor, den einen oder anderen Popsong toll zu finden.
Doktor Renz: Popkultur ist so ein interessantes Feld: Für eine ganze Generation Kultur mitzugestalten, ist doch eine großartige Sache und wenn wir ein Teil davon sein können, dann macht uns das stolz.
König Boris: Außerdem ist doch alles, was kommerziell erfolgreich ist, Pop.
Schiffmeister: Ganz genau. Ich denke, auch HipHop ist schon lange ein Teil der Popkultur und man kann innerhalb der populären Musikkultur auch immer noch Rapmusik machen und das hat dann auch immer noch was mit HipHop-Kultur zu tun.

MK ZWO: Nun habt ihr beim HipHop immer den Spaßzweig vertreten. Vielleicht so, wie die Ärzte beim Punk. Ist Fettes Brot trotzdem auch eine politische Band?
Schiffmeister: Ja, auf jeden Fall. Und das sind die Ärzte ja auch. Wir denken sehr viel darüber nach, in welcher Form wir uns politisch äußern. Das ist schließlich ein sehr schmaler Grat der Coolness, den man auch treffen muß.

MK ZWO: Was meinst Du mit Coolness?
Schiffmeister: Na ja, das ist das selbe, wie wenn man einen Song über’s Partymachen schreibt. Es ist sehr schwer, das Gefühl “Jetzt mache ich grad Party” so zu vermitteln, daß jeder andere das auch empfindet. Genau das gilt auch für Politik: Man kann schnell in so eine Phrasendrescherei reinrutschen. Phrasen, die eh jeder kennt, der sich dafür interessiert. Andererseits kann man auch zu schnell diese Zeigefinger-Attitüde erreichen, so mit Argumenten und Statistiken. Das ist aber Abiturienten Rap, das will ich auch nicht. Es ist also sehr schwierig, sich da richtig zu äußern. Ich will, daß die Leute, egal ob sie Rap sonst mögen oder nicht, die Platte hören und sich dann fragen: “Wie kommen Fettes Brot auf die Idee, Rap zu töten? Warum machen die das eigentlich, wollen die keinen Rap machen oder wie jetzt?”

MK ZWO: Glaubst Du denn, daß Du mit so einem Thema auch andere Leute außer HipHoppern ansprichst?
Doktor Renz: Das haben wir ja bei “Schwule Mädchen” auch gemerkt. Für mich ist das Lied sowohl politisch als auch ein Partysong. Es gibt darauf die unterschiedlichsten Reaktionen und die unterschiedlichsten Interpretationen. Wir wollen einfach unser Gefühl vermitteln: Daß HipHop zur Kreativität aufruft und mal eine offene Kultur war, aber jeder Hörer soll sich seinen eigenen Reim drauf machen.

MK ZWO: Andere Künstler machen das direkter. Curse hat in “Nichts wird mehr so sein...” auf den 11.September reagiert und dabei betont, daß er sich “jetzt nicht mehr der Verantwortung entzieht”, die er als MC hat. Denkt ihr, daß ihr das auch tun solltet?
Doktor Renz: Ich fände es schlimm, wenn daraus jetzt ein Modetrend wird, so nach dem Motto: “Oh, HipHop wird jetzt wieder politisch.” Wichtig ist doch nur, wie man selbst ist. Wenn man das Bedürfnis hat, “real” zu sein, was im Rap nicht schlecht ist, und dann auch noch ein politischer Mensch ist, passiert das doch automatisch. Ich finde es merkwürdig, zu sagen, daß mich nun dieses eine Ereignis dazu verpflichtet, politisch zu sein. So schlimm es auch in New York gewesen ist, aber es gab schon immer Tod und Teufel – in vielen Ländern.

MK ZWO: Für euch ist es also wichtiger, solche Botschaften als Selbstverständlichkeit und als Understatement rauszuhauen...
Schiffmeister: Eigentlich ja, aber das soll nicht heißen, daß, wenn die Revolution im Gange ist, Fettes Brot dann auch auf den Zug aufspringen. Wenn es nötig ist, daß wir uns äußern, dann sind wir nicht die Letzten, die das Maul aufmachen und gegen etwas anstänkern. Als Beispiel unser Regierungswechsel mit Schill in Hamburg: Das ist eine Sache, die mich super gefrustet hat.
Doktor Renz: Bei sowas ist doch gerade die Kultur gefragt. Wenn die Politik in eine rechte Ecke driftet, dann müssen wir das Gegengewicht bilden.

MK ZWO: Von der Politik wieder zum Spaß. HipHopper haben ja immer große Probleme mit dem Wort Fans, ihr habt dagegen euren Fans sogar ein Lied gewidmet. Seid ihr da Vorreiter in Sachen Abbau von Berührungsängsten?
Doktor Renz: Also bei der Klasse von ‘95 Tour hat es ja alle noch erschreckt, als zum ersten Mal die berühmten 13-jährigen Mädchen in der ersten Reihe standen. Der Feind hatte Eintritt in die HipHop-Szene gehalten und den ganzen Abend auf “Nordisch by Nature” gewartet. Heute sind es wunderschöne 20-Jährige, die uns aber immer noch gut finden...
König Boris: Das ist natürlich eine Sache, die uns auszeichnet: Wir haben immer wieder junge Leute im Publikum. Das heißt, daß wir fresh sind und uns immer wieder neue Leute kennenlernen wollen (lacht) und natürlich auch die ganzen alten Platten kaufen. Nein, aber es ist ein gutes Gefühl, wenn man nicht nur so eine Fangemeinde hat, die mit einem alt wird und dann auch mit uns stirbt. Das ist das Zeichen, daß wir immer noch Sachen machen, die junge Leute auch interessieren.

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HipHop - ein Gefühl, das wir in unseren Herzen tragen





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