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Frikadelle-am-Ohr.de Foren-Übersicht -> Fettes Brot On The Road -> Fernsehen / Radio / Presse -> Thema: Interview in der Kleinen Zeitung.

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Kaddi
Marktschreier

Alter: 21

Kaddi befindet sich auf einem aufsteigenden Ast
Anmeldungsdatum: 18.02.2005
Beiträge: 143
Wohnort: Köflach/Österreich
offline

BeitragVerfasst am: 08.05.2005, 14:29    Titel: Interview in der Kleinen Zeitung. Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallöchen alle zusammen!! =)
Als ich heute morgen durch die Zeitung blätterte stach mir sofort ein 2-seitiger Artikel zu Fettes Brot ins Auge!

Ich finde das Interview recht interessant und gut geschrieben...nur bei Björns Nachnamen Warns, haben sie immer Warus geschrieben! confused.gif
Ich habs hier ausgebessert!! biggrin.gif
lg kaddi


Erwachsenwerden ist ein hartes Brot

Fettes Brot sind mit einem neuen Album- inklusive der Hitsingle „Emanuela“- zurück. Wir trafen die drei Hamburger zum Interview

In einer Kritik der aktuellen CD „Am Wasser gebaut“ heißt es, dass das genau die Platte ist, die in der Evolution des Brotes an der Reihe war. Worin besteht diese Evolution?Boris: Ich könnte mir vorstellen das meint ist wie wir musikalisch und inhaltlich klingen. Auch wenn es ein blödes Wort ist, aber ich glaube wir sind gereift und wissen jetzt genauer, wie wir da hinkommen, wo wir hinwollen.
Wir können inzwischen einigermaßen singen und haben uns auch an Texte herangewagt, die wir früher vermieden haben, weil wir zu viel Respekt vor bestimmten großen Themen hatten, etwa „Soll das alles sein“, einem Song über eine allein erziehende Mutter.

Gab es je Berührungsängste vor dem ausloten von Grenzen?
Björn: Ich glaube schon dass wir in diesem Album viele Scheren, die wir früher im Kopf hatten und die uns beschnitten haben, nun nicht mehr haben. Wir wollten diese Grenzen zwar schon immer loswerden und haben das Platte für Platte immer mehr geschafft, jetzt ist aber der Zeitpunkt gekommen, an dem wir viel freier Musik machen können. Wir sind selbstsicherer geworden: Das trauen wir uns, das könne wir oder es ist uns egal.

Boris: Ich kann mich noch gut erinnern, als wir 1995 bei „Frikadelle am Ohr“ das erste Mal den Refrain gesungen haben: Da haben wir lange darüber diskutiert, ob man das im Rap machen kann oder darf. Heute belächle ich, dass das für uns je ein Thema war.

Björn: Es ist ja nicht, dass wir so naiv und blöd wären und überhaupt keine Berührungsängste haben. Gerade bei einem Beispiel wie dem Song, den wir mit James Last gemacht haben. Das war schon ein wichtiges Thema für uns: Können wir mit dem gemeinsam Musik machen? Macht das Spaß? Ist es eine künstlerische Herausforderung für beide? Ganz klar haben wir auch noch bestimmte Grenzen in uns und das ist auch gut so.

Wie entscheidet man dann bei „Fettes Brot“
Martin: Letztendlich leitet uns dann unser eigener Geschmack durch die ganzen verschiedenen Möglichkeiten. Diese Freiheit ist ja auch eine enorme Bürde: Wenn man alles machen kann dann ist es manchmal schwierig, das Richtige zu finden. Ich glaube das viele Hip-Hopper deshalb auch so engstirnig sind, weil es leichter ist. Es ist einfacher, zu sagen: Meine Musikform schreibt mir vor, was ich zu sein habe, also bin ich so. Dann muss ich auch nicht darüber nachdenken ob man vielleicht anders sein könnte.

Woher kommt dieses Dogma?
Martin: Ich glaube, dass es das einfach in jeder Jugend-Musikkultur gibt.

Boris: Sogar im gesamten Leben, weil es den Leuten Sicherheit gibt und etwas, woran sie sich festhalten können.

Björn: Man kann sich dann darauf verlassen, dass das, was man macht, auch seine Zuhörerschaft findet, die einem auf die Schulter klopft.

Martin: Ja, so nach dem Motto: Du hast dich am besten an die Regeln gehalten.

Björn: Wenn es solche verrückten Typen wie die damals 18.jährige Beastie Boys, die vom Punk gekommen sind, nicht gegeben hätte, dann hätte sich Rap-Musik nicht so weiterentwickelt. Jede Kunstform braucht junge Leute, die mit gewissen Regeln komplett brechen und alles über den Haufen werfen.

Hip Hop ist ja hauptsächlich eine DJ-Geschichte, bei „Fettes Brot“ gibt es immer wieder „richtige“ Instrumente zu hören. Wie fühlt sich das an?
Boris: Grundsätzlich entsteht unsere Musik am Computer, aber ab und zu kommt dann jemand im Studio vorbei und spielt ein echtes Instrument ein. Aber unsere Affinität zum Instrumente-Spielen ist auch über die Jahre gewachsen. Bei der aktuellen Tour gibt es dementsprechend erstmals ein Stück, bei dem wir drei ein Instrument spielen. Das ist dann auch gleich ein anderes Band-Gefühl, wenn alle ein Instrument umgeschnallt haben. Aber wirklich wichtig ist es nicht.

Martin: Dadurch, das wir durch den Hip-Hop musikalisch sozialisiert worden sind, ist es nach wie vor so, dass der erste Gedanke an ein Instrumental ein Sample oder ein Beat ist. Also eben etwas, was es schon gibt und man recycelt, umformt oder neu benützt. Aber dadurch, dass man weiß, man könnte noch alles darüber machen und es in jede Richtung ausbauen, dann ist es gut wenn man viele talentierte Musiker kennt, die alles, was wir uns vorstellen, mit ihren Fähigkeiten an den Instrumenten umsetzten können.

Ist das Spiel mit der Sprache eine Grundvoraussetzung im Hip-Hop?
Boris: Ja, wer nicht ein gewisses Mitteilungsbedürfnis und eine Lust hat, gewisse Sachen möglichst gekonnt auszudrücken, braucht sich erst gar nicht auf die Bühne stellen. Uns unterscheiden eine gewisse Selbstironie und ein spezieller Humor von den anderen. Wobei man auch sagen muss, auch Sachen gemacht zu haben, die komplett ironiefrei und ernst sind.
_________________
..denn ich find dich entzückend jedesmal wenn du sagst, das du den Herbst lieber als den Sommer magst.. wink.gif





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nube2
Marktschreier

Alter: 27

nube2 befindet sich auf einem aufsteigenden Ast
Anmeldungsdatum: 06.03.2005
Beiträge: 172
Wohnort: Baden
offline

BeitragVerfasst am: 08.05.2005, 14:49    Titel: Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Gutes Interview! Zwar nix Neues, aber dennoch interessant.

Danke Kaddi biggrin.gif
_________________
"Wenn alle Leute kommen die dieses Land verändern wollen
haben wir doch schon gewonnen"





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