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kielersprotte Besserwisser

Anmeldungsdatum: 18.05.2005 Beiträge: 84
Wohnort: Kiel
offline
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Verfasst am: 22.09.2005, 12:19 Titel:
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so, ihr lieben, hier ist das interview:
Brot und Spiele
HipHop ohne Klischees: Wo andere auf dicke Hose machen, probieren die Jungs von Fettes Brot gerne mal neue Klamotten aus. Und statt vor der Playstation abzuhängen, gehen Boris, Martin und Björn lieber zum Fußball. Auf dem Weg ins Stadion reden sie Klartext: über Partys, Aggro und Revolution.
Mode und Ironie
u_magazine: Es gibt einen alten Text von euch: "Was Mode diktiert/ wird zu Tode konsumiert./ So verliert ja leider jede Kleider- Fashion/ ihre Exklusivität schon nach zwei, drei Wäschen." Trotzdem nehmt ihr an unserem Modeshooting teil...
Boris: Das ist ja kein Widerspruch. Es kommt darauf an, wie ernst man Mode nimmt. Was mich nervt, ist dieser Lifestyle- Faschismus, der immer mehr um sich greift. Wo gesagt wird, wer was zu tragen hat und was up to date ist. Wir haben das große Glück von Modefirmen mit Klamotten zugeschissen zu werden. Wir müssen nicht einmal mehr dafür bezahlen, dass wir gut angezogen durch die Gegend laufen. Das ist toll für uns, aber im Grunde ein Skandal...
u_magazine: Überlegt ihr euch denn vor einem Auftritt, was ihr anzieht?
Boris: Wir überlegen uns das schon, damit wir aussehen wie eine Band und nicht wie drei Typen, die gerade von zu Hause angereist sind.
Björn: Die Leute, die ins Konzert kommen, erwarten ja auch eine Show, und zu einer Show gehört, dass man versucht, gut auszusehen.
Martin: Das ist wie ein unausgesprochener Pakt mit dem Publikum. Wir wissen, was hier passiert, und ihr wisst das auch. Ironie ist wichtig. man weiß, dass das ein derber Showeffekt ist, eine Inszenierung.
u_magazine: Warum gibt es im HipHop diese Art von Selbstironie so selten?
Björn: Rapmusik lässt keine Schwächen zu. Dabei ist es unheimlich lustig, mit Angeber- Klischees zu spielen. Man muss halt mit einem Augenzwinkern sagen: Ich bin der Größte.
Martin: HipHop unterstützt diese ganzen prähistorischen Verhaltensmuster. Es geht darum, den Platzhirsch zu spielen, Frauen zu besitzen. Das sind Verhaltensmuster, die ich interessant finde, weil ich Männlichkeit anders verstehe.
Boris: Ich glaube, da steckt eine tiefe Verunsicherung dahinter. Wenn du unter einem Minderwertigkeitsgefühl leidest, dann kannst du dich nicht über dich selbst lustig machen.
Politik und Analsex
u_magazine: Vermisst ihr eine Auseinandersetzung mit politischen Themen im deutschen HipHop?
Boris: Ich vermisse überhaupt eine Auseinandersetzung mit irgendwelchen Themen im deutschen HipHop.
u_magazine: Manche Rapper setzen sich immerhin mit Analsex und güt gefüllten Bankkonten auseinander...
Martin: wir wissen schon alles über Analsex, das interessiert uns nicht mehr, was die Kollegen da erzählen.
Boris: Andere Leute singen halt andere Sachen. Aber als Fan kann einen das manchmal fuchsteufelswild machen, wenn nur noch die Dumpfnasen das Sagen haben.
Martin: Viele bieten keine Ideen an, sondern nur stumpfes Verbildlichen von brutalen Alltagsgeschichten. Dabei haben die natürlich auch ganz langweilige Tage, an denen sie sich weder gegenseitig in den Po ficken noch Leute verprügeln oder Drogen nehmen.
Björn: Aber die Tage, an denen alles drei passiert, das sind Feiertage. Da geht es richtig rund!
u_magazine: Während uns aus dem Fernseher "Pimp my Burger" und "Pimp my sowieso" entgegenschallt, setzt ihr im Booklet zum neuen Album das Statement: unpimp my life! Warum?
Boris: Wir haben reflektiert, was wir gemacht haben und auch was wir bewusst anders gemacht haben als andere Bands. Klar, wir feiern uns schon gerne ab, aber ohne diese ganzen Accessoires, ohne Brimborium.
u_magazine: Auf dem neuen Album sampelt ihr Sido. Habt ihr schon eine Antwort erhalten?
Boris: Ich glaube, der hat die Platte gar nicht gehört, der weiß von seinem Glück noch nichts.
Martin: Ich wette, seine Freundin hört die immer...
Boris: Wir sprechen uns ja nicht gegen das Aggro- Label aus. Es gibt da Leute, wie Sido, die sehr helle Momente haben. "Mein Block" zum Beispiel fand ich grandios, kann man ihm zu gratulieren. Es gibt auch Kollegen, die stumpfer unterwegs sind.
Fußball und Tod
u_magazine: Es gab mal einen Trainer beim FC Liverpool, der hat gesagt: "Manche Leute behaupten, Fußball ist eine Sache von Leben und Tod...
Björn: ... aber es ist viel mehr als das!"
Boris: Noch ein Zitat: ein befreundeter Mensch hat mir mal gesagt, ein Fußballspiel ist ein Rockkonzert ohne Musik. Das finde ich gut auf den Punkt gebracht.
Björn: Wenn ich ins Stadion gehe, dann möchte ich nicht nur dasitzen und zugucken. Das Tolle ist ja, dass ich mit so vielen tausend Leute im gleichen Moment das Gleiche fühle.
Martin: Das Tolle an der Stadionsituation ist, dass so viel Energie von der Tribüne auf die Spieler strahlt, dass man sich einbildet, man könnte den Ball mit ins Tor tragen helfen.
Björn: Das sind ja auch wir, die gewinnen und wir, die danebenschießen.
u_magazine: Angenommen es geschehen 1000 Wunder und St. Pauli spielt um den Aufstieg mit. Welche Entschuldigung würdet ihr gelten lassen, um das entscheidende Spiel zu verpassen?
Boris: Viel mehr als Geburt oder Tod ist eigentlich nicht zu akzeptieren...
Björn: Ich gehe fast nur zu Aufstiegsspielen. Oder Abstiegsspielen.
u_magazine: Habt ihr mal überlegt St. Pauli einen guten Stürmer zu spendieren, damit es mit dem Aufstieg klappt?
Boris: Wir hatten mal eine Bande gemietet mit der Aufschrift "Fettes Brot ist doof". Erstligasaison, an der Eckfahne. Ein erhebendes Gefühl beim Sportschaugucken. Das war aber auch nicht billig. Und da wir mittlerweile unsere eigene Plattenfirma haben und das jetzt selbst bezahlen müssten, ist das nicht drin.
Gassenhauer und Revolution
u_magazine: Die Junge Welt bezeichnet eure Musik als "Mitgrölklassiker für Erstsemesterfeten" - fühlt ihr euch beleidigt?
Boris: Nein, wir sind selbst Schuld, wir nennen uns auf dem Album ja auch die "Mutter aller Partybands". Und ich will auch eine Partyband sein. Es gibt doch nichts Geileres, als eine Band zu sein, zu der die Leute feiern können.
Björn: Ich finde Gassenhauer super. Ich bin stolz darauf, wenn bei Bielefeld im Stadion 26.000 Leute singen: "Lass die Finger von Owomoyela" nach der Melodie unserer "Emanuela"- Single.
u_magazine: Können denn Plattenmillionäre glaubhaft über die Revolution rappen - wie ihr in eurem Song "Kuba"?
Björn: Gegenfrage: Kennst du irgendeinen politischen Song, der nicht von jemandem geschrieben wurde, der berühmt war? Es geht nicht darum, wer man selber ist, sondern darum, was man mit Musik bewirken kann. Veränderung ist wichtig und dass man sich mit den Verhältnissen auseinander setzt.
Boris: Wir sind ehrlich genug, zu sagen: Wir sind keine barmherzigen Samariter, die ihre Musik verschenken. Wir wollen damit auch Geld verdienen.
Martin: Wir sind ein Produkt, das gut weggeht - zurzeit jedenfalls.
Interview: Alexander Rolf Meyer _________________ Sadomaso ehrlich, uns stehen alle Türen offen und das was aus uns wird, das wommadomma hoffen!!! |
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Sie Insider
 Alter: 20
Anmeldungsdatum: 14.04.2005 Beiträge: 892
Wohnort: Eutin
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Verfasst am: 22.09.2005, 17:33 Titel:
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Hi Schprodde,
tausend Dank!
| Zitat: | | Martin: Wir sind ein Produkt, das gut weggeht - zurzeit jedenfalls. |
Was denn? Was denn?
FB ohne Erfolg ist doch wie Weihnachten ohne Schnee -> extrem sch....!  _________________ HipHop - ein Gefühl, das wir in unseren Herzen tragen |
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Lenje Insider
 Alter: 20
Anmeldungsdatum: 06.04.2005 Beiträge: 786
Wohnort: Meerbusch/Nähe Düsseldorf
offline
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Verfasst am: 22.09.2005, 18:08 Titel:
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Danke fürs Interview
@Sie: Ja,da haste Recht  _________________ Mil caminos que van a Roma,solo uno me lleva ti,
Quizas que ya me lo se |
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*Borisa* Frisch eingefangen
 Alter: 19
Anmeldungsdatum: 14.08.2005 Beiträge: 16
Wohnort: Luxemburg offline
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Verfasst am: 22.09.2005, 19:39 Titel: Interview
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Vielen Dank fur reinstellen!  _________________ *Wir Brötchen sind die Größten, die Schönsten, die Schlausten * |
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